Aufklärung über die Aufklärung

20.02.2017

„Um die Vernunft zu fördern, brauchen wir Aufklärung über die Aufklärung.“ Mit diesem Satz schließt ein Aufsatz des Philosophen Prof. Dr. Dr. Daniel von Wachter mit dem provozierenden Titel „Die Aufklärung existiert nicht“. Zu gern hätte ich diesen Aufsatz auf unserer Internetseite zugänglich gemacht. Das geht leider noch nicht. Zu lesen ist er aber im Jahrbuch des Denkens, Zeitschrift der deutschen Kultur, Nr. 1 – 2017, Verlag T. Bautz.

Immer wieder habe ich von Theologen sinngemäß den Satz gehört und gelesen: „Hinter die Aufklärung können wir nicht zurück.“ Da antwortet man innerlich unwillkürlich: „Natürlich nicht.“ Wer will schon in finsteren Aberglauben zurück? Daniel von Wachter beschreibt, dass es diese Epoche wie auch andere gar nicht so gegeben hat, wie man sich das allgemein vorstellt. Es hat immer Menschen gegeben, die eine Weltsicht vertreten haben, und solche, die andere, sogar gegensätzliche Weltsichten vertraten. Er zeigt auch, warum es trotzdem zu solchen Epochen-Bezeichnungen gekommen ist. Daniel von Wachter hat das auch am Beispiel der Postmodernisten verdeutlicht. Es gibt keine „Postmoderne“ oder ein „Zeitalter der Postmoderne“. Es gibt nur einige Leute, die postmodernistische Ideen vertreten – und es gibt andere, die gegenteilige Ansichten vertreten.

Wir bieten hier zwei Aufsätze an, in denen Daniel von Wachter bereits früher über die Entstehung des Epochen-Begriffs „Aufklärung“ geschrieben hat:

„Der Mythos der Aufklärung, Teil 1: Eigenlob stinkt“
„Der Mythos der Aufklärung, Teil 2: Preußische Könige“

Keine ganz leichte Kost. Aber zur Lektüre empfohlen. Der jetzt erschienene Aufsatz (siehe oben!) sei noch genauer in seinen Begründungen, schrieb mir der Verfasser.

Ulrich Parzany