Präzise Orientierung zum Thema „Gender“

11.12.2017   

Prof. Dr. Christoph Raedel, Gießen, hat vor kurzem das Buch „Gender – Von Gender Mainstreaming zur Akzeptanz sexueller Vielfalt“ im Brunnen-Verlag veröffentlicht. (240 Seiten, Paperback, 20 Euro)  Christen, die ehrenamtlich oder hauptamtlich in Gemeinden und Organisationen Verantwortung tragen, sollten dieses Buch gelesen haben. Christoph Raedel schreibt gleich am Anfang: „Die geschlechtertheoretische Diskussion ist kein Garten, der mit übersichtlich angelegten Wegen zum Spazierengehen einlädt. Eher gleicht sie einem Labyrinth, in dem sich zurechtzufinden eine echte Leistung ist. Mehr noch: Dieses Labyrinth ist vermintes Gelände, politisch aufgeladen, ideologisch umkämpft.“ (S. 5)

Das Buch ist bewundernswert sachlich geschrieben. Bewundernswert, weil der Stoff zu polemischen, ja sarkastischen Stellungnahmen geradezu provoziert. Christoph Raedel lässt sich nicht zur Polemik verführen, sondern untersucht und beschreibt im ersten Teil seines Buches unter der Überschrift „Von Geschlechtertheorien und Gleichstellungspolitik“ die verschiedenen Positionen sorgfältig. Im zweiten Teil bietet er unter der Überschrift „Menschsein in Beziehungen – Vor Gott leben, Gemeinschaft gestalten“ eine solide biblisch-theologische Bewertung und schließt im 10. Kapitel mit der Frage „Was können wir tun?“. Dabei gibt er wertvolle Anregungen für die Bereiche Gesellschaft und öffentlicher Raum, Familie und persönliches Umfeld, Arbeitswelt, Schule und Ausbildung, akademischer Bereich, Kirchen und Gemeinden.

Prof. Dr. Christoph Raedel studierte von 1991-1999 Theologie in Rostock, Halle, Cambridge und Reutlingen. 2002 promovierte er an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg zum Thema Methodistische Theologie im 19. Jahrhundert. Von 2005-2011 war er Studienleiter und Dozent am CVJM-Kolleg in Kassel und von 2011-2014 Professor für Ökumenische Theologie an der CVJM-Hochschule in Kassel. 2014 wurde er zum Professor für Systematische Theologie und Theologiegeschichte an der FTH Gießen berufen. Außerdem ist er seit September 2013 Vorsitzender des AfeT (Arbeitskreis für evangelikale Theologie). Er ist verheiratet und hat vier Kinder.

Ulrich Parzany