„Kirche vor Zerreißprobe – Homo-Segnung: Prälatin Arnold macht Druck“

Unter diesem Titel schrieb die Stuttgarter Zeitung am 28. Mai 2017: „Die Basis schafft Fakten ohne die Kirchenleitung. Während sich die evangelische Landeskirche samt Bischof Frank Otfried July beim Thema Segnung gleichgeschlechtlicher Paare ziert und sich einen Maulkorb verpasst hat, bekennen sich in Stuttgart immer mehr Gemeinden dazu. Insgesamt sind es bereits 13 der 66 Stuttgarter Gemeinden, die sich zur Initiative Regenbogen bekennen.“ Dekane und Pfarrerinnen fordern die gottesdienstliche Segnung gleichgeschlechtlicher Paare. Auch Stuttgarts Prälatin Gabriele Arnold sagt: „Ich lasse mir keinen Maulkorb verpassen.“ Sie bricht damit die Regel, dass die Mitglieder des Oberkirchenrates, zu dem sie gehört, sich nicht öffentlich gegen die Beschlüsse der Landessynode stellen.

Auf einer Klausurtagung wird die Landessynode das Thema behandeln. Die Stuttgarter Zeitung: „Dass am 24. Juni am Studientag während der Synode tatsächlich etwas Wegweisendes in Richtung Segnung gleichgeschlechtlicher Paare passieren könnte, glaubt Gabriele Arnold indes nicht: „Es wird keine Richtungsentscheidung geben“, sagt sie und tröstet sich damit, „dass an der Basis längst Fakten geschaffen werden“.“

Jetzt wird bekannt, dass sie bereits vor einiger Zeit zugesagt habe, die Schirmherrschaft für den diesjährigen Christopher-Street-Day in Stuttgart zu übernehmen. Bischof July dazu laut Informationsdienst idea vom 5.6.2017: „Allerdings hat Prälatin Arnold diese Entscheidung im Vorfeld weder mit mir, noch mit dem Kollegium abgesprochen und übernimmt für diese sehr persönliche Entscheidung Verantwortung. Ich bin jetzt selbstverständlich mit ihr darüber im dienstlichen Gespräch.“

Während sich die pietistisch geprägte Gruppe Lebendige Gemeinde in Württemberg behutsam um einvernehmliche Lösungen bemüht und die öffentliche Konfrontation möglichst vermeidet, gehen die Befürworter der Initiative Regenbogen auf allen Ebenen (Prälatin, Dekane, Pfarrer) rücksichtslos in die Öffentlichkeit und versuchen Fakten zu schaffen. Wann werden die vielen schwäbischen Gemeinden und Gemeinschaften, die zur Gültigkeit der Bibel als Wort Gottes stehen, ihre Stimmen erheben? Und wer bietet ihnen die Plattform dazu? Die Landessynode der Evangelischen Kirche von Württemberg kommt als einzige durch Urwahl in den Ortsgemeinden zustande. Darum könnte dort die Gemeindebasis anders als in den übrigen 19 Landeskirchen der EKD einen stärkeren Einfluss haben.

Wegweisendes Wort

Die Württembergische Pfarrer-Arbeitsgemeinschaft Confessio (Vorsitzende sind die Pfarrer Dr. Tobias Eißler und Martin Hirschmüller) hat im April 2017 unter dem Thema „Lieben statt absegnen!“ ein wegweisendes Wort zur Diskussion um die Homo-Segnung veröffentlicht, das wir nicht nur den Verantwortlichen in den württembergischen Gemeinden dringend empfehlen.

Hier gibt es den Text als Download.

 

Ulrich Parzany