Stolz und Vorurteil – Wie wissenschaftlich ist die Bibelwissenschaft?

15.03.2018

 

Dr. Markus Till, Biologe mit Freude an der wissenschaftlichen Arbeit, ist engagierter Christ und Mitglied des Kirchengemeinderats der Evangelischen Kirchengemeinde Weil im Schönbuch, Württemberg. Er schreibt: „‚Was war der größte Fehler Ihres Lebens?‘ fragte der Journalist. Der alte Kunstkritiker lachte. ‚Als ich einmal unser Kind im Kindergarten abholte, baten mich die Betreuerinnen, einen Blick auf die gesammelten Kunstwerke des Kindergartens zu werfen. Leider fiel mir nicht auf, dass zwischen den Kinderbildern ein abstraktes Werk eines bekannten Künstlers hing. Das brachte mir noch für lange Zeit ein spöttisches Grinsen ein – und lehrte mich viel darüber, wie leicht man durch Vorurteile etwas Wunderbares übersehen kann.‘

In den vergangenen 150 Jahren ist etwas Dramatisches passiert: Die Theologie hat den Blick für das Wunder der Bibel verloren! Das offenbarte, autoritative, normative Wort Gottes ist menschlich geworden. Fehlerhaft. Widersprüchlich. Unhistorisch. Tendenziös. Nicht mehr vertrauenswürdig. Müssen wir das als aufgeklärte und rationale Menschen in Kauf nehmen, weil die wissenschaftliche Untersuchung der Bibel schlicht keine anderen Schlussfolgerungen zulässt? Oder könnte es sein, dass sich in der Theologie genau das gleiche Drama vollzieht wie in der kleinen einleitenden Episode unseres Kunstkritikers? Könnte es sein, dass auch in der modernen Bibelwissenschaft Vorurteile den Blick für das Wunder verstellen?“

In seinem Aufsatz argumentiert Dr. Markus Till für jeden denkenden Christen verständlich. Seine Schlussfrage und These hat er vorher ausführlich begründet: „Warum verlangt meine evangelische Kirche von ihren zukünftigen Gemeindeleitern, bei der Ordination ein Gelübde auf Bibel und Bekenntnis abzulegen, lässt sie aber zuvor zumindest zum Teil von Theologen ausbilden, die den Bekenntnissen inhaltlich derart grund­legend und weitreichend widersprechen? Auf mich wirkt das so, wie wenn eine Metzgereikette seine Azubis zu überzeugten Veganern in die Lehre schickt und sich nachher wundert, warum die Kunden kein Fleisch mehr kaufen. Wie sollen unsere Gemeindeleiter Glauben wecken, wenn sie von Menschen ausgebildet werden, die selbst elementarste Botschaften der Bibel in Frage stellen oder… sogar offen ablehnen? Ich meine: Das kann nicht funktionieren. Und deshalb bin ich überzeugt: Ohne eine grundlegende theologische Erneuerung bleiben alle sonstigen Reformbemühungen der Kirche zwangsläufig zum Scheitern verurteilt.“

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