Gründliche Kritik: Bibel und Wissenschaft in der transformativen Sexualethik von Thorsten Dietz und Tobias Faix

Jetzt ist noch einmal eine gründliche Kritik an der Sexualethik von Thorsten Dietz und Tobias Faix erschienen. Prof. Armin Baum hat im Jahrbuch Biblisch erneuerte Theologie. Band 9, 2025, einen Aufsatz veröffentlicht: „Karte und Gebiet. Bibel und Wissenschaft in der transformativen Sexualethik von Thorsten Dietz und Tobias Faix.“
Es geht um grundlegende Orientierung für die christlichen Gemeinden. Wer Verantwortung in Gemeinden und christlichen Gruppen wahrnimmt, sollte die Mühe der Lektüre dieser sorgfältigen Auseinandersetzung nicht scheuen.
Das Gesamtfazit ist erschreckend. Prof. Dr. Armin Baum schreibt am Schluss, was er vorher sorgfältig im Einzelnen dargelegt und begründet hat:
„Die von Thorsten Dietz und Tobias Faix entwickelte transformative Sexual- und Geschlechterethik hat zentrale anthropologische Grundüberzeugungen der klassischen christlichen und damit auch der evangelikalen Ethik aufgegeben und sie durch alternative ethische Aussagen ersetzt. Aus diesem Grund ist sie nicht mehr innerhalb des evangelikalen Spektrums angesiedelt, sondern als postevangelikal zu bezeichnen. Das zeigen besonders ihre ethischen Positionierungen zur Pornografie, Polyamorie und Prostitution, zum biologischen Geschlecht sowie zur Trans-, Inter- und Homosexualität.
Eine entscheidende Schwäche der transformativen Sexualethik besteht in der Fehlerhaftigkeit vieler wissenschaftlicher Behauptungen, besonders der altertumswissenschaftlichen Aussagen zur sexuellen Orientierung, zur Zweigeschlechtlichkeit und zu den relativen Unterschieden zwischen Mann und Frau im antiken Denken. Kleinere Versehen kommen in vielen wissenschaftlichen Publikationen vor, aber so zahlreiche Fehlinformationen wie in diesem Buch sind in einer wissenschaftlichen Veröffentlichung nicht nur ungewöhnlich, sondern sie stellen ein ernsthaftes Problem dar. Denn wissenschaftliche Publikationen behandeln Sachverhalte, deren Erforschung einen besonderen Aufwand erfordert:
„Was die Wissenschaft auszeichnet, sind ihre besondere Sorgfalt, ihr systematisches Vorgehen und die höhere Zuverlässigkeit ihrer Ergebnisse.“ (G. Keil, Fakten in der Wissenschaft. Über Tatsachen und ihre gebildeten Verächter, in: Forschung und Lehre 10/2019, 894–897, hier 895)
Darum erwarten die Leser eines wissenschaftlichen Buches zur christlichen Ethik, dass die darin getroffenen (altertums-)wissenschaftlichen Aussagen, die sie in der Regel nicht selbständig überprüfen können, den Quellenbefund angemessen wiedergeben und die antike Kultur korrekt beschreiben. Die Autoren von „Wege zur Liebe“ sind dieser Erwartung an zu vielen Stellen nicht gerecht geworden. Insofern fehlt ihrer Begründung einer neuen (transformativen) Sexualethik das wissenschaftliche Fundament.
In Verbindung mit den altertumswissenschaftlichen Fehleinschätzungen werden in der transformativen Sexualethik zentrale anthropologische und ethische Aussagen des Alten und Neuen Testaments ausgelassen, uminterpretiert, relativiert oder bestritten. Das gilt vor allem für Aussagen in der biblischen Urgeschichte (zur Fortpflanzung und zur Monogamie), in den Paulusbriefen (zur Ehescheidung, zur Prostitution und zur Geschlechtergerechtigkeit) und auch in der Verkündigung Jesu (zu Ehebruch und Ehescheidung). Dadurch fehlt der transformativen Sexualethik an vielen Stellen die biblische Orientierung.“
https://www.afet.de/wp-content/uploads/2026/01/Baum_Karte-und-Gebiet_BeTh-9-2025.pdf



