Gedenken an das Martyrium der 21 Kopten (15.02.2015)

14.02.2019   
Ikone der 21 Märtyrer

Diese Ikone erinnert an die Entführung und Enthauptung von 21 Christen an der Mittelmeerküste durch Kämpfer des ‚Islamischen Staates‘. Die 20 Kopten und der eine Ghanaer arbeiteten als Fremdarbeiter in Libyen. Ihre barbarische  Ermordung wurde vom IS sorgfältig inszeniert, auf Video festgehalten und mit einer ‚Botschaft an die Nation des Kreuzes‘ verbunden.

Tony Rezk, ein junger Kopte, der in den USA lebt, überwand seine Wut und Trauer, indem er eine Ikone schuf, die einen radikalen Perspektivenwechsel vornimmt und ein Fenster in die unsichtbare Herrlichkeit öffnet. Hier sind nicht die schwarz gekleideten maskierten Schlächter, die selbst ernannten Herren über Leben und Tod, (die mich ganz unmittelbar an SS-Hinrichtungskommandos an der jüdischen Menschen erinnert haben!) zu sehen, sondern nur noch die 21 Märtyrer – und über ihnen der geöffnete Himmel mit den Märtyrerkronen.

Diese einfachen Männer aus den ärmsten Dörfern Oberägyptens sind im Orange ihrer Häftlingskleidung dargestellt, aber mit der kreuzförmigen Schärpe der Diakone während des Gottesdienstes darüber. Sie knien, und das Meer ist schon rot gefärbt von ihrem Blut. Doch sie sehen über ihren nahen Tod hinaus. Sie haben ihren Blick ganz auf den himmlischen Christus gerichtet, dessen Antlitz sie tragen, verherrlicht in Sein Bild hinein. Ihre letzten Worte waren: „O HERR, o Jesus.“ IHN, der sie bei Sich mit empfangender Gebärde willkommen heißt, sehen sie nun.

Tony Rezk sagt: „Das Märtyrertum gehört schon immer zur Geschichte der koptischen Christen, darum bezwingt es uns nicht. Wir glauben im Gegenteil, dass ihr Tod die Kirche stärker machen wird und uns hilft, gewissenhafter im Glauben zu sein. Ich bete, dass ihr Tod zum Samen wahrer Einheit der Kirche wird“.

Und Martin Mosebach erzählt in seinem bewegenden Buch „ DIE 21 – eine Reise ins Land der Märtyrer“, Hamburg 2018 (S. 59), folgendes von seinem Besuch bei dem koptischen Bischof der Diözese Samalout, aus der die meisten der Märtyrer kommen: „Sie können jede beliebige koptische Familie besuchen, und Sie werden überall die gleiche Einstellung zur Kirche, die gleiche Stärke des Glaubens und die gleiche Bereitschaft zum Martyrium finden. Dies hier ist keine westliche Kirche in einer westlichen Gesellschaft. Wir sind die Kirche der Märtyrer. Ich gehe kein besonderes Wagnis ein, wenn ich behaupte, kein Kopte in Oberägypten würde den Glauben verraten.“

Denkt an die Gefangenen, als wärt ihr Mitgefangene, und an die Misshandelten, weil ihr auch noch im Leibe lebt.
Hebräer 13, 3

Der Gedenktag dieser neuen Märtyrer ist der 15. Februar.

Burkard Hotz, Pfarrer i. R., Wiesloch